Das wird heiß

Makarius

Wir bauen einen Parserkombinator

Gepostet am 3. Mai 15 von Profpatsch
I don’t always parse Text, but when I do I use Monadic Parser Combinators

Ein Parser ist eine Funktion von einem String zu einem eventuellen Tupel aus Resttext und geparsten Daten,

String -> Maybe (String, a)

-- oder mit newtype Wrapper:
newtype Parser a = MkParser
    { runParser :: String -> Maybe (String,a) }

So kann man jetzt zum Beispiel einen Char parsen:

char :: Char -> Parser Char
char c = MkParser $ \s ->
    case s of
	(d:cs) | c == d -> Just (cs, c)
	otherwise       -> Nothing

Diese Funktion nimmt einen Char und gibt einen Parser zurück, der wiederum zur Ausführung einen String nimmt und prüft, ob dessen Anfangschar gleich dem Char c ist. Wenn das nicht so ist (otherwise), schlägt der Parser fehl.

Schnell definieren wir auch eine mysteriöse Funktion bind, die einen Parser nimmt, diesen ausführt, und das Ergebnis an eine zweite Funktion übergibt, die wiederum einen Parser zurückgibt.

bind :: Parser a -> (a -> Parser b) -> Parser b
bind m f = MkParser $ \s ->
    case runParser m s of
	Just (s', x) -> runParser (f x) s'
	Nothing      -> Nothing

Also quasi eine Verkettung von Parsern mit durchfädeln der Ergebnisse; das mag dem einen oder anderen bekannt vorkommen und man kann das Prinzip tatsächlich auf viele andere Typen auch anwenden. Man kennt das – oh Schreck! – im Allgemeinen auch unter dem Begriff „Monade“. Das werden wir im nächsten Treffen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten; dort sind dann alle eingeladen, die mit „Monoid aus der Kategorie der Endofunktoren“ nichts anfangen können.

Natürlich darf dann auch der Kumpan von bind/>>=, pure/return nicht fehlen:

pure :: a -> Parser a
pure x = MkParser $ \s -> Just (s, x)

Das macht einfach einen beliebigen Wert zu einem Parser (damit man ihn auch mit anderen Parsern verketten kann).

Diese Definitionen kombiniert man dann (Parserkombinatoren) zu höherleveligen Hilfsfunktionen, wie z.B.

andThen :: Parser a -> Parser b -> Parser a
andThen m n = bind m (\x -> bind n (\y -> pure x))

was ein Stück Eingabe parst und dann wegschmeißt. Das wird dann von dem S-Expr-Parser wieder benutzt, um Tokens zu definieren:

token :: String -> Parser String
token s = string s `andThen` spaces

Ein Token ist ein String, gefolgt von optionalen Spaces, die aber verworfen werden. So ist z.B. foo der gleiche Token wie foo        .

Beispiel: Parsen von S-Expressions

Am Ende bleibt dann nur noch übrig, die Datenstruktur von S-Expressions hinzuschreiben und den Parser, der definiert, wie sie als Text dargestellt werden.

data Exp = Atom String | List [Exp]
    deriving (Show,Eq)

-- Das sind Beispiele für S-Exprs:
-- hallo
-- (foo bar baz (...))

parseExp :: Parser Exp
parseExp = choice [ parseAtom, parseList ]

parseAtom :: Parser Exp
parseAtom = do
    x <- many1 alphaNum
    spaces
    return (Atom x)

parseList :: Parser Exp
parseList = do
    token "("
    xs <- many parseExp
    token ")"
    return $ List xs

Was fehlt noch?

  • Unsere naive Bibliothek leckt Speicher
  • Wir geben keine guten Parse-Fehlermeldungen aus
  • Wir haben keine Kombinatoren zum Parsen von Termen mit Operatoren
xkcd about regular expressions

Danke Ingo Blechschmidt für den tollen Vortrag! Das Ergebnis kann hier bestaunt werden.